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Mittwoch, den 31. Dezember 2008
Rückblick: Spar-Spiele Kommentar von Hans Paul Lichtwald
20 Prozent Kosten durch seine Verwaltungsreform wollte der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel einsparen: Er delegierte einen Teil seiner Ämter nach unten auf die Kreisebene und ließ dann erst einmal schön sparen. Und das hat ja offensichtlich auch geklappt! Wir erinnern uns noch daran, wie Landrat Frank Hämmerle über diese Art der Reform im Kreistag klagte: Der finanzielle Ruin stand ihm auf die Stirn geschrieben. Schüttelfrost überkam die Kreisräte. Manche altgediente CDU-Recken wollten schon ihrem Glauben abschwören. Aber Politik funktioniert eben anders: Der Kreis kaufte vom Land das Radolfzeller Behördenzentrum, worin sich jetzt eine geballte Ladung sozialer Dienste tummelt. Finanziell ist alles sehr gut gelaufen, Klagen gibt es heute keine mehr - zumindest nicht die Erstgenannten. Der Teufel steckte hier wahrlich im Detail, denn bei näherem Hinsehen offenbart sich ein diabolisches Dreieck: Gesundheitsamt, Versorgungsamt, Sozialamt. Das waren früher drei selbständige Ämter, legten auf ihre Unabhängigkeit höchsten Wert. Jetzt sitzen sie unter einem großen landrätlichen Dach vereint. Früher hatte ein Betroffener, nennen wir ihn einfach Kunde, drei verschiedene Ansprechpartner, bekam im Konfliktfall vielleicht auch einmal von einem Amt einen Tip für das Vorgehen beim anderen: Gehen Sie mal zum Versorgungsamt, gehen Sie doch man zum Gesundheitsamt. . . Vordergründig ging es um Einsparungspotenziale, in Wirklichkeit aber um Strukturen. Vielleicht hat sich unser vielgliedriges Sozial-und Behördensystem auch überlebt. Aber ein eigenständiges Amt mit einem Fachmann an der Spitze ist wohl stärker als eine Abteilung einer Riesenbehörde, die sich Landratsamt nennt.
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