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Mittwoch, den 31. Dezember 2008
Spielräume
Politik ist die Kunst des Machbaren. Das gilt besonders in Radolfzell. Die Stadt kennt keinen warmen Regen von Nycomed für den Stadtsäckel wie Konstanz oder Singen, konnte keine Stadthalle aus der "Portokasse" bis zur Einweihung abzahlen. Radolfzell hat nicht das Gewerbesteueraufkommen der Nachbarn, muß genau haushalten. Die Spielräume sind gering, deshalb schmerzen die 2,5 Millionen Euro für die Sanierung der Bohlinger Schlammteiche so. Die Stadt hat sich durch ein eigenes Gutachten nochmals gegenüber möglichen unberechtigten Geldforderungen abgesichert. Und das war auch gut so, denn wenn bei den Altlasten alles von der Dokumentation bis zur Sanierung in einer Hand liegt, ist selbst die öffentliche Hand den Experten ausgeliefert. Radolfzell hat zum Glück unter dem Stadtwald Kies. Und den wird die Stadt in Zukunft brauchen, denn mit der Umgestaltung des Seeufers und des Bahnareals muss Radolfzell richtig Geld in die Hand nehmen. Es wird nämlich immer deutlicher, dass es keinen Sinn hat, auf den großen Unbekannten zu warten, der das Mayer-Areal endlich an den See anbindet. Und ein Reiner Kupprion, der nach der Postsanierung sein Herz auch noch für den Gerber-Platz entdeckt hat, fällt nicht jeden Tag vom Himmel. Das Bahnarreal bietet viele Chancen, stadteinwärts auch durch gewerbliche Nutzung. An ihrer Umsetzung wird Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt in acht Jahren gemessen werden. Es reicht nicht zu betonen, Radolfzell habe das größte freie Ufer am See, man muss dies auch nutzen. Radolfzell muss auf Lebensqualität setzen, denn die Schlagzeilen von Schiesser und Dekorsy zum Jahresende zeigen klar, worauf man nicht setzen kann: Gewerbesteuer durch Große.
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